Zwischen Wollen und Nicht-Können
Manchmal sieht mein Leben von außen ganz ruhig aus.
Ein Tee am Fenster. Frische Luft. Ein blühender Strauch in leuchtendem Gelb.
Ein Moment, der fast idyllisch wirkt.
Und doch ist da gleichzeitig etwas, das man nicht sieht.
Ich bin müde.
Nicht einfach ein bisschen erschöpft, sondern auf eine Weise müde, die sich nicht ausschlafen lässt.
Eine Müdigkeit, die mich ausbremst, bevor ich überhaupt richtig losgegangen bin.
Ich möchte so vieles.
Rausgehen. Mich bewegen. Kreativ sein.
Aber zwischen dem Wollen und dem Tun liegt gerade eine große, schwere Wand.
Und das Verrückte daran ist:
Von außen wirkt es oft wie „nicht viel“.
Ein paar Termine. Ein bisschen Alltag.
Aber für mich fühlt es sich an, als würde ich jeden Tag mit einem halbleeren Akku starten.
Ich funktioniere.
Ich gehe zu Terminen. Kümmere mich. Bin da.
Und trotzdem bleibt dieses Gefühl, ständig ein Stück hinter mir selbst zurückzubleiben.
Ich will dem Ganzen keinen Namen geben.
Es ist schwer zu erklären.
Weil man es nicht sieht.
Weil man es selbst kaum greifen kann.
Und doch gibt es sie, diese kleinen Momente, die bleiben:
Ein offenes Fenster.
Ein tiefer Atemzug.
Der Duft eines blühenden Strauchs.
Vielleicht geht es gerade nicht darum, mehr zu schaffen.
Sondern darum, diese Momente zu sehen.
Und anzunehmen, dass sie im Augenblick genug sind.
Auch wenn ich mir manchmal wünsche, es wäre anders.