Zwischen leise und laut
Es gibt gerade diese leisen Tage.
Tage, an denen sich mein Körper leicht anfühlt.
An denen ich in mir ruhe.
An denen der Schmerz nur Hintergrundrauschen ist – oder manchmal sogar ganz fehlt.
Und dann gibt es die anderen Momente.
Die lauten.
Plötzlich Gedanken.
Plötzlich Angst.
Plötzlich dieses innere „Warum jetzt?“
Vorgestern war wieder Therapie.
Dieses Mal habe ich sie erstaunlich gut weggesteckt.
Gestern war ein richtig guter Tag.
Heute meldet sich mein Oberschenkel außen – wahrscheinlich von der i.m.-Spritze. Nichts Dramatisches. Einfach da.
Und trotzdem prüft mein Kopf sofort:
„Ist das normal?“
„Ist das sicher?“
„Darf es gerade gut sein?“
Ich glaube, mein Nervensystem hat Wachsamkeit gelernt.
Nach allem, was war.
Und vielleicht ist genau das gerade die eigentliche Übung:
Leise Tage zulassen.
Gute Phasen nicht misstrauisch betrachten.
Und Angst erkennen – ohne ihr die Führung zu überlassen.
Ich bin nicht nur meine Therapie.
Ich bin nicht nur meine Metastasen.
Ich bin auch die, die wieder über Bewegung nachdenkt.
Die sich leicht fühlt.
Die manchmal schmerzfrei ist.
Zwischen laut und leise.
Und gerade ziemlich bewusst.