Weltkrebstag 2026

Weltkrebstag 2026

Heute ist Weltkrebstag.

Ein Datum, das auf den ersten Blick groß wirkt. International. Politisch. Mit Hashtags, Schleifen und Appellen.
Und gleichzeitig ist es für viele von uns ein ganz stiller Tag.

Für mich ist Krebs kein Aktionstag.
Er ist Alltag geworden.
Nicht jeden Tag gleich laut, nicht jeden Tag gleich schwer – aber immer da.

Mein eigener Krankheitsverlauf hat mich gelehrt, wie wenig linear diese Krankheit ist.
Es gibt nicht den Weg. Nicht den Verlauf.
Es gibt Phasen der Stabilität, Phasen der Angst, Zeiten, in denen der Körper erstaunlich gut mitmacht – und andere, in denen er sehr deutlich Grenzen setzt.

Ich lebe mit einem metastasierten Mammakarzinom.
Das ist keine Momentaufnahme, kein vorübergehender Zustand.
Es ist eine Diagnose, die bleibt.
Und mit ihr die ständige Notwendigkeit, sich neu zu sortieren.

Metastasen bedeuten nicht nur medizinische Befunde.
Sie bedeuten ein Leben mit Kontrollen, mit Therapien, mit Nebenwirkungen.
Sie bedeuten aber auch: weiter leben.
Zwischen Blutwerten und Hundespaziergängen.
Zwischen Schmerz und Lachen.
Zwischen Angst und Vertrauen.

Was ich gelernt habe – und immer noch lerne – ist, dass Hoffnung nichts mit Verdrängen zu tun hat.
Hoffnung ist kein blindes „Es wird schon“.
Hoffnung ist Wissen.
Wissen um Therapien, um Möglichkeiten, um das, was heute machbar ist.

Und Hoffnung ist Beziehung.
Zu meinem Körper.
Zu den Menschen um mich herum.
Zu mir selbst.

Am Weltkrebstag denke ich nicht nur an Zahlen und Statistiken.
Ich denke an all die individuellen Geschichten.
An die Stillen.
An die, die weiter funktionieren.
An die, die müde sind.
An die, die kämpfen müssen, obwohl sie es nie wollten.

Krebs verändert ein Leben.
Aber er nimmt ihm nicht automatisch seine Würde, seine Tiefe oder seine Bedeutung.

Heute ist Weltkrebstag.
Und heute bin ich einfach hier.
Mit meiner Geschichte.
Mit meiner Erkrankung.
Mit meinem Leben.

Und das allein ist schon genug.