Warte
Warte.
Atme.
Sei.
Manchmal sitze ich einfach nur da.
So wie heute.
Wartezimmer.
Zwischen Terminen, zwischen Gedanken, zwischen allem.
Und während die Zeit irgendwie stillsteht,
merke ich:
Da ist gar nicht nur Leere.
Da ist so viel in mir.
Risse.
Erinnerungen.
Ein Ziehen hier und da.
Ein leises „Autsch“, das nie ganz verschwindet.
Und gleichzeitig…
so viel Ruhe.
Kintsugi.
Ich habe lange gedacht, heil sein bedeutet,
dass nichts mehr weh tut.
Dass alles wieder glatt ist.
Unversehrt.
Heute weiß ich:
Heil sein fühlt sich anders an.
Heil sein heißt,
dass ich mich mit meinen Rissen ansehen kann,
ohne wegzuschauen.
Dass ich sie nicht mehr verstecke.
Dass ich sie halte.
Und manchmal sogar liebe.
Goldlinien,
wo früher Brüche waren.
Nicht perfekt.
Aber ganz.
Und genau da,
zwischen Warten und Sein,
zwischen Schmerz und Frieden,
fühle ich mich…
angekommen.
Leise.
Und mutig.
— AC 💛