Mein Sohn …

sage nie einem Kind „nun fallen meine Haare aus“…
die wollen das dann immer ganz genau sehen, ob es stimmt und
so und ziehen einfach mal dran…
und danach kommt der Kommentar „Mama, nun wird es Zeit für deine Mütze“

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Ein bisschen erleichtert

Tag 13 nach 1. Chemo

Also, wenn ich bis gestern Abend noch dachte dieser Haarausfall könnte vielleicht, eventuell an mir vorbei gehen, so wurde ich heute morgen eines besseren belehrt…sie fallen aus…nicht eins oder zwei, sondern in Massen…es rieselt nur so vom Kopf…nun ja…war ja zu erwarten…ist trotzdem komisch…ich hatte gestern abend schon so ein komisches Gefühl aus dem Kopf…hab es aber nicht ansatzweise mit dem Haarausfall in Verbindung gebracht…es war eher so ein Gefühl als müsse man den Haargummi aus den Haaren nehmen, weil diese gerade so weh tun…jeder der lange Haare hat wird wissen was ich meine…
na mal gucken ob wir nun am Wochenende dem ganzen ein Ende bereiten…
ich bin ein Stück weit froh das es nun los geht…so kann ich mich wieder auf andere Dinge konzentrieren…

Der Morgen hielt aber noch mehr Überraschungen bereit…der Postbote brachte mir ein kleines Päckchen…und über deren Inhalt hab ich mich riesig gefreut…einfach weil es von jemandem kam, von dem ich es nicht erwartet habe…von unserer Team-Supervisorin…

aus dem schönen Buch was sich in dem Geschenk verborgen hatte, habe ich folgenden Spruch für heute:

„In jeder Trennung liegt ein Keim von Wahnsinn;
man muß sich hüten, ihn nachdenklich auszubrüten und zu pflegen.“
J. W. von Goethe

wohl wahr…

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Albern …

hach noch nichts von mir gegeben…das ändert sich nun…
es liegt ein Vormittag mit Arzt- und Krankenkassenbesuch hinter mir…und ich muß mal sagen…mein Dank heute geht an den jungen Mann bei der AOK Bremen, der mir sagte das ich Freitag wohl schon mein erstes Krankengeld auf dem Konto habe…das wäre doch mal was…

so…ist gestern noch was passiert?
Nö, nicht wirklich…
ach ja…da war noch was…
gestern Abend hatte ich Besuch…meine liebste Friseurin Nadine war bei uns…sie war begeistert davon das die Haare noch so gut und fest sitzen…
egal…sie sind wieder ein großes Stück abgekommen…

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Eine Geschichte

Eine Geschichte um 3 Strandkörbe

Mein Mann, Paul und ich sitzen im Sand am Strand und wir schauen uns die vielen Strandkörbe mit ihren Nummern an…
auf einmal fängt Marc an zu erzählen…

ich solle mir mal die drei da vorne anschauen…die 284, 282 und 315….
284 und 282 sind ein Paar….es läuft aber nicht mehr so richtig…284 ärgert sich darüber schon blau…
Und 282 fühlt sich seit längerer Zeit zu 315 hingezogen…

er erzählt seine Geschichte über drei Strandkörbe weiter…wer meinen Mann kennt der weiß das er es liebt diese Geschichten auszuschmücken….so auch diese über die Beziehung dreier Strandkörbe zu einander…
die Natur bietet viele dieser Gelegenheiten um Geschichten zu bilden…ich fange oft auch schon damit an wenn ich Dinge sehe die in meinem Auge interessant wirken…

Später am Tag bzw. am Abend kommt die Geschichte noch einmal in meine Erinnerung zurück…und fühle mich 18 Jahre zurück versetzt…nur das die Charaktere damals Antje, Marc und … hießen…
hach was so eine kleine Geschichte alles an Erinnerungen wachrufen kann…danke

Danke für den besten Mann den ich mir an meiner Seite nur wünschen kann!
Es tut gut wenn man nach so vielen Jahren immer noch ganz viel zu erzählen hat und manchmal sich einfach nur wortlos versteht…

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so da bin ich wieder…

6 Worte über Pfingsten gefällig?

Sonne, Gewinne, Bauchweh, Familie, Wattwandern, Strandgeschichten

eigentlich ging Pfingsten sehr bescheiden für mich los…mit Bauchweh und allem möglichen…wie gut das es Medikamente gibt, denn diese haben mir doch die Tage gerettet…

ich habe bei einem Gewinnspiel von Mamma Mia eine Onkobox gewonnen…im Gegensatz zu der Annahme meiner Freundin Elke waren dort keine Chemoproben sondern Produktproben der Firma La Roche-Posay enthalten…
aber wie merkte Uli schon vor ein paar Tagen an…
„Freunde fürs Leben bedeutet: Nie mehr allein blöd sein“
Danke Elke

ich fühlte mich in den letzten Tagen richtig gut…naja den Bauch mal aussen vor gelassen…
die Sonne tat gut…dem Gemüt…und ich war bei weitem nicht so müde wie in den Tagen davor…
es war rund um eine schöne Zeit die ich mit meiner Familie geniessen konnte…wir machten kleine Fahrradtouren, sassen am Strand, machten Wattwanderungen…
mein Mann gab eine seiner Geschichten zum Besten…
trübe Gedanken hatten so gut wie keinen Zugriff auf mich…
meine Haare sitzen nach wie vor recht fest…und ich stelle fest das meine Fingernägel wie blöde wachsen…das kenn ich so eigentlich nicht und die meisten erzählen auch eher was anderes…
egal…

Motto: Geniesse den Augenblick!

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Bin dann mal weg …

So ich verabschiede mich ins Pfingst-Wochenende…
Ich denke ich werde erst am Montag abend oder Dienstag wieder von mir hören lassen.
Im übrigen finde ich es sehr schön, zu sehen wie viele Menschen mir bei Facebook in meinem Therapie Tagebuch folgen und ein Stück Anteil nehmen…Danke!

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Ein Alltags-Thema…

Wie war das?
Nicht mehr aufregen über Nichtigkeiten?
wenn ich das nicht mehr mache, dann bin ich nicht mehr ich…
also mach ich mir heute doch mal wieder Luft…

dieser KITA Streik – er regt mich auf…
es ist mir ziemlich egal ob wer auch immer im Recht ist oder nicht…
ob man meint man muss nicht auf einander zu gehen oder was auch immer…

Wir haben für Paul keinen Platz in einer Notgruppe…weil der ja überwiegend nur alleinerziehenden, arbeitenden zu steht…warum nicht den Doppelvollzeit-Arbeitenden weiß ich auch nicht – egal…bei uns kommt ja eh noch hinzu das ich jetzt durch Krankheit zu hause bin….

Es macht mich traurig mein Kind jeden Tag anzuschauen und zu merken das ich ihm auf Grund meiner Müdigkeit und Schlappheit nicht gerecht werden kann…zumindest nicht wie ich es gerne würde…und wie es für einen 6 jährigen auch richtig wäre…

ich finde es weiter traurig, das die Stadt Bremen, die zum Januar 2013, die Kitagebühren nicht rechtens erhöhte und im November 2014 gerichtlich zur Rückzahlung aufgefordert wurde, es bis heute nicht getan hat. Allein in unserem Fall reden wir da von 1300,-…
Das ich meine Kitagebühren weiter zahlen soll, obwohl keine Leistung erbracht wird und kein Recht auf Rückforderung habe.

Das meinem Sohn und allen anderen Kindern in seiner Gruppe, die dieses Jahr zur Schule kommen, ein schöner Abschied genommen wird…eigentlich hatte jedes Kind einen Schulkindwunsch der noch erfüllt werden sollte…Spielplatzbesuch, Eis essen gehen, Theaterbesuch…Übernachtung im Kindergarten…Sommerfest…
das liebe Arbeitgeber und liebe Gewerkschaft Ver.di nehmt ihr unseren Kindern…und das ist scheisse…
ihr tragt das ganze nicht auf dem Rücken der Eltern aus, sondern auf dem Rücken unserer Kinder!
Und dafür habe ich definitiv kein Verständnis…tut mir leid!

Stolz auf mich

Ich habe doch in der Tat heute Abend mit meinen Männern Fußball gespielt..
Eigentlich keine große Sache…wenn man sich aber zum bewegen durchringen muß, dann schon…
Und es hat einfach nur Spaß gemacht…

Zufrieden für den Augenblick

da fällt mir gerade noch etwas ein…

ein Lieblingssatz aus meiner Breast Nurse Weiterbildung war
„Das Leben ist ein Fluss“

es ist alles im fluss…es fliesst mal schneller, mal langsamer…aber es ist unaufhörlich in Bewegung…
und so wird es immer sein…mal gibt es ruhige Momente und mal Stromschnellen…wichtig ist es sie alle richtig zu nehmen…

Gedanken…

erst einmal möchte ich sagen das das Wort KREBS für mich eine enorme Grösse trägt…
ich hatte immer mehr Angst davor an Krebs zu erkranken als morgen tot umzufallen…

Heute, mit gestellter Diagnose, stelle ich fest, ich gebe diesem Wort KREBS zu viel Aufmerksamkeit und zu viel Kraft. Denn genau diese Aufmerksamkeit nimmt mir gerade Lebensqualität…will ich das? nein, definitiv nicht…
mein altes Leben werde ich nicht wieder bekommen…aber bitte wieder ein unbeschwerteres…

Ich habe eine recht gute Prognose mit meiner Erkrankung, ich bin im gesunden operiert und nach momentanen Stand gibt es keine Metastasen…Die Chemo soll das ganze noch um einiges untermauern…ich soll zusätzlich von ihr profitieren…

Ich fühle mich eigentlich nicht krank – und doch bin ich es. Die Therapie zeigt mir erst den Wert der Krankheit auf.
Ich habe meine erste Chemo gut vertragen und doch höre ich jeden Tag in mich rein, ob nicht vielleicht doch noch Übelkeit kommt, ob etwas weh tut und und und…warum nicht einfach geniessen das es gerade so ist wie es ist. Mir wird es sicherlich irgendwann auch mal nicht gut gehen, aber im Moment ist es okay.
Das Internet ist voll mit Menschen denen es in der Therapie schlecht geht. Kaum jemand schreibt „es geht mir gut“. Vielleicht erwartet meine Umwelt ja auch gar nicht das es mir gut geht? Wir haben alle unsere Bilder im Kopf wenn wir an Menschen mit Krebs denken…Vielleicht passt „gut gehen“ und Chemo auch nicht zusammen…man liest ja immer hin auch „je schlechter es dir geht, desto besser schlägt die Chemo an“…hm, sollte ich es dann lieber sein lassen? Blödsinn…
Kein Krebs gleicht dem anderen und kein Mensch dem anderen…und somit reagiert auch jeder unterschiedlich auf die Therapie. Und ich will auch gar nicht wissen wer es alles nicht geschafft hat…Beispiele fallen mir dazu nämlich selber genug ein..
Meine Diagnose ist nicht gleichbringend mein Todesurteil, und schon gar nicht heute oder morgen…also heißt es lernen das Leben wieder zu geniessen…die Augenblicke…

Die Krankheit nimmt eh Raum ein – geben wir ihr nicht noch mehr!
Es ist schön wenn ich gefragt werde wie es mir geht…
es ist aber genauso schön wenn ich über Sinnlosigkeiten, Politik oder Wetter reden kann…

So, ich glaube jetzt hab ich das mal alles so aus dem Kopf geschrieben…der ist nun wieder leer…
und somit kann ich mich gleich mal mit dem Widerspruch für die Krankenkasse bzgl. Ablehnung Oncotype Dx befassen. Die haben in ihrem Schreiben nämlich niedlicher Weise unter anderem gesagt ich solle mich doch an die Empfehlung der interdisziplinären Tumorkonferenz halten…und die hat, ups, den Test in ihrer Konferenz empfohlen, wie aus unserem ersten Schreiben hervor geht…aua…

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