Morgendliches Aufstehen mit Anlauf

Morgendliches Aufstehen mit Anlauf

Die Nacht war zum ersten Mal seit langer Zeit überwiegend ruhig. Kein ständiges Hochfahren, kein Zerren im Nerv – einfach schlafen. Und genau das hat mein Körper wohl gebraucht.

Dafür hat mich heute Morgen die Hüfte begrüßt, als hätte sie all die Stunden still gehalten und wollte jetzt alles auf einmal nachholen. Jeder Schritt ein Ziehen, ein „Ich bin noch da“, ein Erinnern daran, dass dieser Kampf eben jeden Tag anders aussieht.

Ich hab die Morgenmed genommen, tief durchgeatmet und bin dann mit Yuki raus. Und wie so oft hat der Spaziergang mich nicht geheilt, aber er hat mich ein Stück weit zurück ins Leben gezogen. Schritt für Schritt, bis der Körper warm wurde und der Schmerz etwas weniger Raum bekam.

Manchmal beginnt ein guter Tag nicht ohne Schmerzen – sondern mit der Kraft, trotzdem loszugehen.

Manchmal frage ich mich, wie viel ein einzelner Hund eigentlich tragen kann. Nicht körperlich – sondern emotional. Dieser kleine Gefährte hier, Yuki, liegt jeden Morgen an meiner Seite, als wäre es die selbstverständlichste Aufgabe der Welt, auf mich aufzupassen.

Er spürt, wenn die Nächte lang waren. Wenn der Schmerz sich festgebissen hat. Wenn die Müdigkeit schwerer wiegt als die Decke über mir. Und ohne ein einziges Wort zu sagen, legt er sich einfach dazu. Warm. Ruhig. Unaufgeregt.

Yuki ist kein Hund, der ständig Aufmerksamkeit fordert. Er ist einer von denen, die einfach dableiben. Die mitatmen. Die mit aushalten. Ein stiller Anker, der im Chaos des Alltags dafür sorgt, dass ich nicht ganz abhebe oder untergehe.

Während ich morgens noch sortiere, was heute weh tut, was heute schwierig wird und wo ich überhaupt anfangen soll, tut er nur eins: Präsenz zeigen. Und manchmal ist Präsenz alles, was man braucht.
Manche retten uns nicht, indem sie etwas tun – sondern indem sie einfach bleiben.

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