Manche Wege verlieren sich leise

Manche Wege verlieren sich leise

Nicht jede Veränderung im Leben ist laut.
Manche Beziehungen werden einfach leise.

Es gibt Beziehungen die enden mit einem Knall.
Mit Worten, die zu laut waren.
Mit Türen, die zufallen.

Und andere… gehen einfach leise.

Ohne Streit.
Ohne einen Moment, den man festmachen kann.
Ohne ein „Das war’s jetzt“.

Sie werden stiller.
Die Gespräche weniger.
Die Verabredungen seltener.
Und irgendwann merkt man,
dass man innerlich schon ein Stück zurückgetreten ist.

Nicht, weil etwas Schlimmes passiert ist.
Sondern weil sich etwas verschoben hat.

Ich glaube, das sind die schwereren Abschiede.
Weil es keinen Grund gibt, auf den man zeigen kann.
Kein klares Ende.
Nur dieses leise Wissen:

Es ist nicht mehr das, was es einmal war.

Und trotzdem bleiben sie –
die Erinnerungen an all die guten Momente.
Das Lachen.
Das Vertraute.
Die Nähe, die einmal da war.

Ich möchte das nicht kleinreden.
Und ich möchte es auch nicht auf meine Erkrankung schieben.
Nicht alles braucht eine Erklärung.

Manches verändert sich einfach.

Vielleicht ist genau das der ehrlichste Umgang damit:
zu sehen, was war –
und gleichzeitig anzuerkennen, was jetzt ist.

Ohne Groll.
Ohne Drama.

Nur mit einem stillen
„Danke für das, was wir hatten“
und einem ebenso stillen
„Und jetzt gehe ich ein Stück weiter.“

Und vielleicht liegt darin auch etwas Gutes:
Dass wir weitergehen dürfen,
ohne zu vergessen, was einmal schön war.