Ma,

Ma,
Momente der Liebe und Zuneigung

Morgen ist dein 9. Todestag.
Und ich merke, wie mein Inneres langsamer wird.

Acht Jahre ist es her, dass ich die letzte Nacht neben dir verbracht habe.
Wir haben bis in die Morgenstunden einander die Hand gehalten.
Nicht aus Pflicht.
Nicht aus Angst.
Sondern aus Liebe.

Ich würde diese Nacht gegen nichts eintauschen.
Sie war roh.
Sie war ehrlich.
Sie war das Wertvollste, was Abschied sein kann.

Ich bin dankbar, dass du mich mitgenommen hast.
Dass ich Zeit bekam.
Dass ich dich begleiten durfte.
Nicht jeder bekommt dieses Geschenk.

Du liebtest den Frühling.
Das erste Licht nach dunklen Monaten.
Und 2017 haben wir ihn dir vorzeitig gebracht.
Deine Terrasse auf der Palliativstation – voller Frühblüher.
Farben gegen das Grau.
Leben mitten im Loslassen.

Ich sehe dich noch dort sitzen.
Ganz still.
Ganz du.

Am 16. Februar bist du vormittags ruhig eingeschlafen.
Ohne Drama.
Ohne Widerstand.
Einfach gegangen.

Neun Jahre.
Und ich trage dich noch immer.

In meiner Art, Menschen zu begegnen.
In meinem Mut, wenn ich selbst kämpfen muss.
In meinem Weichbleiben.
In meinem Durchhalten.

Liebe verschwindet nicht.
Sie verändert nur ihre Form.

Und manchmal halte ich immer noch deine Hand –
in Gedanken.

Deine Antje 🤍