Einfach leben

Einfach leben

Heute waren wir in Oldenburg.
Ein bisschen bummeln. Ein bisschen shoppen. Kaffee und Kuchen. Zeit miteinander.

Und ich hatte Angst.

Nicht laut.
Nicht dramatisch.
Aber sie war da.
Die Sorge, dass meine Hüfte schlapp macht.
Dass ich nicht durchhalte.
Dass ich wieder abbrechen muss.

Ich habe vorher gesagt:
„Wir gehen bitte etwas langsamer. Das normale Tempo schaffe ich gerade nicht.“

Früher hätte ich das vielleicht nicht gesagt.
Heute schon.

Und dann passierte etwas, womit ich nicht gerechnet hatte.

Ich habe nicht ein einziges Mal an meine Schmerzen gedacht.

In einem Laden fragte mein Kind noch:
„Ist alles okay? Du hinkst so.“

Und ja – ich hinkte wahrscheinlich.
Aber es war okay.
Und ab diesem Moment war es raus aus meinem Kopf.

Ich wollte einfach leben.
Den Moment genießen.
Den Kuchen genießen.
Die Gespräche. Das Schlendern. Das Sein.

Vor zwei Tagen war Blutkontrolle.
Kisqali-Pausenwoche.
Und die Werte sind super.
Auch die Leberwerte, die beim letzten Mal etwas ausgerissen waren, sind wieder ruhig.

Vielleicht hat auch das etwas in mir gelöst.
Vielleicht war einfach Raum da.

Und dann dieses kleine, fast alberne Highlight:
Ein Pullover.
Eine Jacke.
Zwei Nummern kleiner.

Nicht wegen der Zahl.
Sondern wegen des Gefühls.

Jetzt liege ich auf dem Sofa.
Die Hüfte ist okay.
Ich mache Pause – nicht aus Schmerz, sondern weil ich nicht überreizen möchte.
Ein bisschen erschlagen vom Tag.
Aber nicht erschöpft im schlechten Sinn.

Und in mir ist … Ruhe.

Keine Euphorie.
Kein Überschwang.
Kein „Jetzt wird alles anders“.

Nur ruhig.

Vielleicht ist das gerade das größte Geschenk:
Nicht kämpfen.
Nicht bewerten.
Nicht kontrollieren.

Einfach leben.
Und danach still werden dürfen.

💛

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