Der Körper arbeitet

Der Körper arbeitet

Manchmal sind es nicht die großen Befunde, die einen aus der Ruhe bringen.
Manchmal sind es Zahlen. Kleine Abweichungen. Pfeile nach oben. Oder nach unten. Ein Wert, der nicht dort steht, wo man ihn gern hätte.

Letzten Freitag wurden meine Blutwerte kontrolliert.
Und ich habe natürlich auch genauer hingeschaut – vor allem auf die Leberwerte. Die waren zum Teil leicht erhöht. Nicht dramatisch, nicht gefährlich. Aber genug, um dieses leise Gedankenkarussell anzuschieben: Was ist da los?

Und dann kam Stück für Stück die Einordnung.
Nicht aus Panik heraus, sondern aus Hinsehen.

Ja, meine Ernährung war in den letzten Wochen nicht so achtsam wie sonst.
Ja, da waren Energy Drinks.
Ja, auch kleine alkoholische Genussmomente – manchmal ganz unscheinbar, in Form von Pralinen. Ich liebe Mon Cheri.
Nichts Exzessives. Aber regelmäßig. Und mein Körper ist gerade sensibel. Durch Medikamente. Durch Belastung. Durch all das, was er in den letzten Monaten getragen hat.

Was mir jetzt hilft, ist nicht der Impuls, sofort alles „perfekt“ machen zu wollen.
Sondern ein Plan ohne Strenge.

Eine Woche bewusst auf Alkohol und Energy Drinks verzichten.
Wieder mehr Struktur ins Essen bringen.
Ausreichend trinken.
Bewegung – ohne Anspruch, ohne Leistungsdruck.
Und dann schauen, was passiert.

Das Wichtigste kam aber aus einem Telefonat.
Meine Ärztin meldete sich, ordnete die Werte ruhig ein und gab grünes Licht für den Wiederstart mit Kisqali. Die Leberwerte lägen im akzeptablen Bereich, die Kontrolle sei geplant. Kein Alarm. Kein Stopp. Vertrauen – mit Blick.

Und genau das nehme ich mir gerade mit.

Nicht jeder erhöhte Wert bedeutet Gefahr.
Nicht jede Schwankung ist ein Rückschritt.
Manchmal zeigt der Körper einfach nur, dass er arbeitet – und dass er Aufmerksamkeit möchte.

Ich habe reagiert. Rechtzeitig. Ruhig.
Jetzt darf mein Körper den nächsten Schritt machen.

Und ich darf lernen, nicht bei jeder Zahl den Atem anzuhalten, sondern dem Prozess zu vertrauen.

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