SIEG ODER NIEDERLAGE

da nun gerade wieder meine Nachsorge anstand, bin ich im Kopf auch wieder auf verschiedene Themen gestossen…
unter anderem Krankheit und Kampf…
dieses martialische in Verbindung mit Krankheit und Therapie stört mich immer mehr – je länger meine Therapie hinter mir liegt…


ich mag diese Sprüche, denn mehr sind es nicht, nicht mehr hören…
„du musst stark sein“ “ du musst kämpfen“ „willst du denn aufgeben?“…
was sagt das denn aus?
nichts…
wie stellt sich denn Kampf und Mut bei solch einer Krankheit dar?

zieh ich da mit Pfeil und Bogen in den Krieg?
Ist es doch das Bild welches mir als erstes in den Kopf kommt, wenn ich an Kampf denke…
und noch schlimmer, was macht es mit mir wenn das Arschloch zurück kommt?
war dann der Kampf um sonst? hat ihn dann ein anderer gewonnen? hätte ich mich dann an manch Stelle mehr anstrengen müssen?
diese Gedanken machen mürbe…und deshalb sind diese Sätze einfach nur Sätze…
sie geben mir weder Kraft, noch Mut…

ich weiß manchmal nicht was andere in mir sehen…
aber oft genug seh ich in mir selbst nur das kleine Menschenwesen, das sich am liebsten verstecken möchte…das sich zusammenrollen möchte…das unsichtbar sein möchte…das einfach nur schwach sein will…nur sehr wenige in meinem Umfeld erkennen genau diesen Menschen in mir…
wie meine Freundin mal sagte „du kannst mir noch so sehr ins Gesicht lachen…ich erkenne das dahinter“…
das können nur wenige…
nur wenige nehmen sich dafür vielleicht die Zeit…
nur Wenigen geben ich vielleicht die Chance einen Blick dahinter zu werfen…
ich habe in den letzten Jahren gelernt, zu lachen und zu lächeln, wenn ich eigentlich lieber weinen möchte…ich habe gelernt das mich weder lachen noch weinen weiter bringt…
aber, das Lachen mich für einen Augenblick gelöster macht…
auf Manche mag das stark wirken…das ist es aber nicht…ich bin weder stark noch mutig…
ich versuche einfach zu überleben…

„Ich bin beides – stark und schwach“
so steht es auf meiner Haut…symbolisch mit einem Herz mit Narben, Ecken und Kanten…mit Pflaster und Verband…und wer genau hinschaut, erkennt die Gesichter…denn das Schöne, wie auch das Traurige haben ein Gesicht…
sind das die Zeichen meines Kampfes? Die Schrammen auf meiner Seele?
Vielleicht…
auf jeden Fall sind diese Zeichen auf meiner Haut, meine Erinnerung an eine, für mich, sehr schwere Zeit….eine Zeit, die vier Jahre nach Therapieende immer noch ihre Schäden in mir verursacht…die mich auf Grund von Schmerzen nicht zur Ruhe kommen läßt…die mich immer wieder darin gefangen nimmt…
und genau dann sitze ich manchmal da und schau auf meine beiden wichtigsten Tattoos…
rechts „Der Sinn des Lebens ist leben“ und links „Ich bin beides – stark und schwach“
und dann stelle ich fest, das alles in Ordnung ist…das ich stark und schwach sein darf…das die einen in mir eine Stärke sehen und ich selbst mich trotzdem als schwach wahrnehme…
es ist okay

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