Vorher, Nachher und was sonst noch kommt

mein Kopf ist voller Erinnerungen und Eindrücke…
anders kann ich es gerade noch nicht beschreiben…
vielleicht schaffe ich es bis zum Ende dieses Posts, ein bisschen Klarheit zu bekommen…

was war passiert?
eigentlich nichts und doch irgendwie ganz Viel…
gestern startete ich bei meinem ersten Muddy Angel Run…
Mitten in Deutschland, in Stadtoldendorf…den Ort kennt kaum einer und von Bremen war es ne halbe Weltreise um da hinzukommen…
egal…manchmal muss man Dinge einfach machen, weil man das Gefühl hat das es das Richtige für den Augenblick ist…und so ging es mir gestern…

16 Mädels gingen an den Start unter dem Namen „Team MatschMöpse“…und 16 Mädels gingen am Ende auch durchs Ziel…und auf nichts anderes kommt es dabei an…dabei sein…Spass haben…anderen Helfen…aber auch, eigene Grenzen erkennen…und manchmal gehst du erst einen Schritt zu weit, und erkennst dann das da deine Grenze war…auch das gehört dazu…und wenn du dann Leute um dich rum hast, die sofort zupacken…die sofort helfen…dann weißt du, das alles richtig ist…

ich weiß nicht wie viele Frauen mir gestern an den Arsch fassten oder die Hand reichten…oder bei wie vielen ich das getan habe…egal ob aus meinem Team oder wild fremd…wobei, am Ende hatte ich das Gefühl „ich kenn sie alle“…

und was war zwischen Anfang und Ende?
eine ganze Menge Schlamm…eine ganze Menge „ihhh ich will das nicht“…und eine Menge „man ist das ekelig“…
es wurde gerobbt, geschwommen, geklettert, balanciert…man reichte sich die Hände…holte sich gegenseitig aus den Schlammbecken…oder bespritzte sich einfach mit dem ganzen Matsch…badete in Schaum…und rutschte Kissen runter, direkt ins Wasser…
und wenn du da denkst „ah cool Wasser…endlich ein bisschen das Gefühl von sauber“, dann sei dir gesagt, das du an diesem Tag nicht die erste bist die da rein darf…sprich auch hier erwartete einen ne Menge Schlamm und Dreck…

wirklich sauber wurde man erst ganz am Ende…zu Hause…
nee nicht ganz…vorher durften wir auf dem Gelände noch duschen…eiskalt…aus nem Wasserschlauch…
schon mal gemacht? ist nen Highlight…nicht…
Haare waschen mit kaltem Wasser…du denkst dir friert das Gehirn ein…
das war die Kurzfassung von einem unwahrscheinlich geilen Tag…
so ging es an den Start…sauberes Shirt und alles was dazu gehört 🙂
das obligatorische „Zeigt her eure Schuh“ darf auch nicht fehlen…

und dann ging es auch schon los…“warm up“…
da flossen dann allerdings auch gleich mal ein paar Tränen…
was war passiert?
eine Ansage brachte mich völlig aus dem Konzept…
meine Freundin Alex hatte drei jähriges…
da sie die Moderatorin schon aus dem letzten Jahr kannte, hat sie ihr das erzählt…
die es natürlich prompt in ihre Rede einbaute und damit in mir eine sehr emotionale Schiene getroffen hat…
Alex und ich, wir haben es aber wie Frauen gehandhabt…
in die Arme nehmen, kuscheln, Küsschen hier und da und die Tränen einfach mal zulassen…
einen Augenblick inne halten…

und dann ging es direkt ins erste Wasserbecken…
vergessen der erste Schreck damals…vergessen die ganzen Verluste…vergessen die Angst die immer begleiten wird…
die Konzentration lag nun auf diesen Lauf und was mich erwarten würde…

nach den ersten zwei oder drei Stationen ging es für eine Teamkollegin nicht weiter….wir blieben bis Hilfe bei ihr war… und mussten sie letztendlich an die Sanis übergeben…auch das macht so ein Team aus…
Karin, schön das du am Ende wieder dazu stossen konntest und mit uns durchs Ziel gelaufen bist…

und so sieht es dann aus wenn Bergung von Verletzten läuft …

auch mir ging es zeitweilig nicht gut…hatte das Gefühl wenn ich stehen bleibe dann kippe ich um…laufen ging aber auch gerade nicht wirklich…
und schwupp kamen von rechts und links jeweils eine Hand in mein Sichtfeld…gemeinsam gehts dann manchmal wirklich leichter…
danke ihr Beiden…auch wenn ich eure Namen gerade nicht in meinem Kopf parat habe (wie war das? im Zweifel heißen alle Nadine und Simone 😉  )
die Leute von der Versorgungsstation waren dann meine letzte Rettung…Wasser und Bananen…noch nie hab ich mich so sehr über sowas banales gefreut…
ein Hoch auf die ganzen freiwilligen Helfer, ohne die der Lauf gar nicht statt finden könnte…auf Helfer, die einfach singend mit dir in den Matsch springen…die dich anfeuern…dir die Hand reichen…

wenn du beim ersten Schlammloch noch dachtest das du da halbwegs sauber durchkommen kannst, dann hast du dich echt geschnitten…denn dein Team hat ganz andere Gedanken dazu…die Einen spritzen mit dem Schlamm als wär es ne Wasserschlacht…die Anderen schmeissen sich da einfach rein…

so nach und nach sehen dann aber doch Alle gleich aus…
und das ist dann wirklich mal wieder ein Foto wert…

nun ja, so besuchten wir eine Station nach der anderen….
maschierten in einer Polonaise ins Ziel und sangen dabei
„so sehn Möpse aus…Schalalalala…“
das muss man unbedingt mal gemacht haben…großartig
besonders wenn Umstehende auch die Lippen bewegen und mit singen 🙂

am Ende bin ich einfach nur müde, glücklich und k.o….
es zwickt hier und da…aber größere Blessuren sind ausgeblieben…zwei blaue Knie habe ich weil ich irgendwo im Matsch ausgerutscht bin…und mein einer Zeh scheint auch mit irgendwas Bekanntschaft gemacht zu haben…
nun ja…das vergeht wieder…

vor dem Duschen gehts noch mal eben zum Gruppen Bild…
und nach dem Duschen sieht man nur noch die Müdigkeit

heut Morgen ist alles etwas schwergängiger als sonst…es ziept hier und da…Muskelkater stellt sich nach und nach im ganzen Körper ein…
die Waschmaschine läuft schon die zweite Runde und das Wasser darin sieht wirklich nicht gut aus 🙂

was am Ende bleibt, ist „Prognose Leben“
egal was das Leben noch bereit hält, unterkriegen wird es mich nicht…
ich hoffe das ich immer wieder in meinem Leben auf haltende und helfende Hände zurück greifen kann…
das dieses absolut geile Netzwerk das mich umgibt, immer irgendwie da sein wird…so wie mein Anspruch ist, für andere da zu sein….denn, „gemeinsam gehts immer besser“

das letzte Einhorn geht sich nun mal wieder etwas ausruhen <3

hier noch ein paar Eindrücke vom Tag:

 

 

 

 

 

 

 

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