Gegen das Vergessen

ich beginne es mal mit ein paar Liedzeilen:
„Wir sind vom Leben gezeichnet in den buntesten Farben
Und wir tragen sie mit Stolz, unsere Wunden und Narben
Wir sind vom Leben gezeichnet mit Dreck und mit Schmutz
Doch es glänzt wie Perlmutt, wir sind so schön kaputt…“
(SDP „So schön kaputt“)

in diesem Beitrag soll es mal nicht wirklich um mich gehen…ich bin da eher nur zweitrangig dran beteiligt…und doch möchte ich ihn euch ans Herz legen…weil es in diesem Beitrag um das „Erinnern“ geht…um „Gegen das Vergessen“…

ich weiß noch nicht wo ich so recht anfangen soll und ob ich das, was ich sagen möchte, auch so zu Papier bekomme…
vor einigen Monaten lernte ich Lily Herz kennen…eine Buchautorin…sie bot mir ein Kapitel ihres irgendwann erscheinenden Buches zum lesen an und ich sollte meine Meinung dazu sagen…
jetzt vor ein oder zwei Wochen suchte sie Vorab- bzw. Rezensionsleser…da ich damals das Kapitel schon gut fand, meldete ich mich bei ihr…und wir beide kamen in ein längeres und tieferes Gespräch…

sie wollte mir vorab etwas zu ihrem Buch sagen…und wollte, das ich dann noch einmal neu überlege, ob ich es immer noch lesen möchte…
ganz ehrlich, ich war doch sehr gespannt was Lily zu erzählen hatte…
und das möchte ich in einigen ihrer Worte hier wieder geben…

Lily:
… ich wollte Dir allerdings vorab erzählen, dass ich Dich bewundere, mit wieviel Stärke Du Deiner Krankheit begegnet bist und Deine Einstellung ist toll. Das Thema geht mir persönlich sehr zu Herzen, da eine meiner besten Freundinnen Katharina den selben Weg gehen musste und ich hautnah ihren Kampf miterlebte.

Ich habe Katharina in diesem Buch verewigt, anfänglich war es gar nicht geplant, aber irgendwann verselbstständigte sich die Geschichte … Und irgendwie macht es mich glücklich, die Erinnerung an meine liebe Katharina festgehalten zu haben. Sechs Jahre ist es her und gedanklich bin ich immer bei ihr.

Ich:
ich bin gerade von deinen Worten geflasht…
danke…und das absolut von Herzen…auch die Worte über meinen anderen Blog…ja, es war eine verdammt harte Zeit…mein Freundeskreis hat sich neu sortiert und meine Ansichten auch…man hat zwei Leben…eins das du lebst bis du eine bedrohliche Krankheit bekommst und dann kommt eigentlich das richtige Leben…und ich geniesse es mit jeder Faser…auch wenn es immer wieder Momente gibt in denen ich tief traurig bin…
aber, das ganze hätte ich ohne meine Liebsten nie geschafft…mein Mann ist dabei die absolute Stütze meines Lebens…und gemeinsam rocken wir einfach das Leben…und zwar genauso wie wir es wollen…

ich finde es schön das du deine Freundin begleiten konntest…das hat ja auch etwas mit einem selbst zu tun…nicht immer hat man die Kraft dazu…

Lily:
Meine liebe Katharina ist leider von uns gegangen und auch wenn ich froh bin, einen Engel im Himmel zu haben, der über mich wacht, so hätte ich sie lieber hier auf der Erde bei mir. Wie Du Katharina im Buch kennenlernen wirst, so war sie auch im richtigen Leben. Ein herzensguter, gütiger, lebensfroher Mensch. Voller Tapferkeit, einem unerschütterlichen Glauben (welcher ihr sehr half) und einer Prise Humor. Sie war ein toller Mensch und … sie fehlt. Sehr sogar. Ich besuche oft ihre Facebookseite und freue mich, wie viele Freunde nach wie vor Erinnerungen und Bilder austauschen. Das ist toll.

Auch für mich markierte ihre Krankheit einen Knackpunkt in meinem Leben.

Deswegen belebte ich Katharina in dieser Geschichte auch wieder, gab der Protagonistin ihren Namen. Die Geschichte, welche Du um Katharina lesen wirst, stimmt tatsächlich.

Ich (Auszug aus meiner Rezension):

ich möchte garnicht so viel darüber erzählen…aber, das Buch hat mich mit seinen letzten Seiten emotional sehr berührt…
auf den letzten Seiten liest die Hauptprotagonistin in einem Blog einer Krebserkrankten…lernt diese über den Blog kennen…
und das was da steht, ist so wunderschön be-/ geschrieben…
ich bin selbst Krebsblogger…habe die selbe Krankheit, die diese Frau hatte…und ich finde mich wieder…finde mich in den Worten…in den Gedanken…in den Emotionen…in den Gedanken über das Leben…über das was wir wollen…in den Gedanken über das eigene Streben…
darüber was ich anderen wünsche…
als ich erkrankte stand auch für mich die Frage im Vordergrund ob ich meinem Mann eine neue Frau an seiner Seite wünsche…das ist eine verdammt harte Frage an sich selbst…und ja, das würde ich mir für ihn wünschen…aber was ich mir am meisten wünsche ist, das ich nicht vergessen werde…genauso wie Katharina sich das wünschte…

Lily:
Den Maximilian gibt es wirklich, bzw. die Geschichte um eine neue Frau, denn der Mann “meiner” Katharina hatte damals tatsächlich (ohne zu suchen) jemanden kennengelernt, noch während Katharina bei uns war.

Ich war geschockt, sauer … ich hatte keinerlei Verständnis und brach den Kontakt zu ihm ab.
Heute schäme ich mich dafür, das sage ich ganz ehrlich. Aber Katharina war meine Freundin, ich konnte einfach nicht anders.

Und noch heute, Jahre später, finde ich oft Bilder, Gedanken und Posts von ihm auf Katharinas FB Seite. Er hat sie nicht vergessen, noch sie zur Seite geschoben und das finde ich schön.

Das sind Auszüge aus den Gesprächen mit Lily…ich habe Lily als eine sehr warme und liebenswerte Person kennen gelernt…ich kann verstehen warum sie von dem Mann ihrer Freundin enttäuscht war…warum die Situation sie wütend machte…mir würde es im ersten Augenblick nicht anders gehen…
sie hat ihre Freundin Katharina in diese Liebesgeschichte eingebaut…sie hat ihr ein persönliches Denkmal gegen das Vergessen gesetzt und das hat mich tief berührt…die Art und Weise wie dies geschehen ist, finde ich wunderschön…es wirft einen kleinen Blick auf Katharina…die ich nicht kannte, die ich aber mit dieser Geschichte ein wenig kennen lernen durfte…

wenn ihr Liebesgeschichten mögt, dann kann ich euch dieses Buch nur ans Herz legen…gerne könnt ihr meine Meinung zu diesem Buch auch auf www.lesenimdunkeln.de nachlesen…
es ist eine Liebesgeschichte an das eigene Leben…eine Geschichte gegen das Vergessen…

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