dieser Gruppenzwang

„hm, wie bin ich denn hier nun in diese Gruppe geraten?“
das war die Frage die ich mir heute stellte…
was war geschehen?
ich hab bei Facebook den Hinweis bekommen das es einen neuen Beitrag in der Gruppe „Brustkrebs“ gibt…
okay…also eigentlich…und uneigentlich auch, bin ich aus allen Gruppen vor gut 2 1/2 Jahren ausgetreten…irgendwer scheint mich nun wieder einer einer Gruppe hinzugefügt zu haben…wer es war, hab ich auf die Schnelle nicht gesehen…ist auch eigentlich egal…

ich muss sagen, das ich sehr schnell über einige Namen von damals gestolpert bin…das hat mich gefreut…ist es doch immer auch ein Zeichen dafür das es den Leuten recht gut geht…
nun ja, ich bin damals bewußt aus diesen Gruppen ausgetreten…ich wollte nichts mehr über dieses Thema lesen…wollte damit nur noch auf der Arbeit zu tun haben…bei mir selbst halt…
und, Gruppen kosten auch einfach Zeit..zumindest wenn du mehr als ein stiller Leser sein möchtest…

okay das ist nun irgendwie auf jeden Fall schief gelaufen…nun bin ich wieder drin in einer Brustkrebs Gruppe…und ich bleibe da auch erstmal…wie lange, wird man sehen…mein Problem ist, das ich mich ja in Gruppen oftmals viel zu sehr einbringe…das kostet Zeit…und die benötige ich für meine Blogs…

auf jeden Fall stellt man sich in Gruppen auch immer vor…und dabei fiel es mir wieder auf…
jeder schreibt seine Tumorformel…dieses reduzieren auf Zahlen…
ich bin es so leid…
was sagt es denn aus?
nichts…gar nichts…
für mich sind sie erstmal nicht relevant, diese Zahlen…denn ob die Wahrscheinlichkeit das ich wieder erkranke bei 3 oder bei 99% liegt, ist völlig egal…kommt die Krankheit wieder, bin ich am Arsch…

3, 4, 7, 2, 0, 20, 27, 70, 20 16, 8
das sind alle, meine Erkrankung betreffend, relevanten Zahlen…
sie sehen harmlos aus…
dann kommen noch die Zahlen die für die Therapie wichtig sind hinzu…
4, 12, 30, 5, 10
wieder nur Zahlen…warum soll ich mich darauf reduzieren?

will ich nicht…mach ich nicht…schon lange nicht mehr…
meine Diagnose liegt 3 Jahre zurück…das ist es was zählt…drei Jahre Leben…
das sollte uns in Vorstellungen wichtig sein…wer bin ich durch die Krankheit geworden…was hat mich dazu werden lassen…welche Veränderungen gehen in mir vor…habe ich Familie und Freunde die mich auffangen?
nun ja so ähnlich sah dann auch meine Vorstellung aus…

„…heute gehts mir wieder gut…ich fühle mich gefestigt…
der Moment als mir der Boden unter den Füssen weg gezogen wurde, war April 2015…ich wurde operiert…spazierte durch meine Chemo und tanzte bei der Bestrahlung an…was blieb, waren danach diese kleinen weißen Pillen…sie bescheren ne Menge Hitze und Temperament…
über meine Spätfolgen rede ich nicht…die schreibe ich nach wie vor in meinem Blog „www.fackjukrebs.de“ nieder…
aber über eines rede ich ganz gewiss…
mein Leben ist besser als vorher…mein Leben ist wichtig und bedeutsam geworden…mein Leben ist einzigartig…und mein Leben lebe ich seit dem so wie ich es will…und entweder meine Umwelt geht da mit, oder darf sich von mir trennen…
ja, genauso radikal bin ich geworden…in meinem Denken…in meinem Handeln…und in meinem Auftreten…
einer der all das mit mir mit macht, ist mein Mann…der Beste  …ich werde nicht müde, dies zu betonen…er geht meinen Weg mit mir ohne ihn zu verurteilen…im Gegenteil…eigentlich tanzen wir beide gemeinsam durch Regen und Sonnenschein… 

ich finde hier steht eigentlich alles drin…und uneigentlich auch…
denn genau das ist es was mich ausmacht…das ICH ICH bin und zu mir stehe…alles andere ist zweitrangig…
oder habe ich da einen Denkfehler?

ach und dann gab es da noch die Frage warum manche immer sagen „Krebs ist ein Arschloch“ und man solle doch das fluchen darüber sein lassen…das wäre besser…gesünder

ganz ehrlich?
Krebs ist für mich nach wie vor ein Arschloch…daran wird sich nichts ändern…er nimmt einfach…er lädt sich selbst ein…er fragt nie…klaut…ärgert…stänkert…
und wenn du ihn vergisst, steht er plötzlich wieder in deiner Wohnung…wieder ohne Einladung…
und deshalb fackjukrebs
ja, es stimmt…man sollte nicht fluchen…man sollte aber auch nicht unangemeldet in meiner Wohnung stehen…
und das allerwichtigste…Krebs hat mir bereits eine Menge wichtiger Menschen genommen…allen voran meine Ma…

ich fluche sehr viel…und zwar weil ich es gerne mache…weil es mich befreit…weil es meine Gefühle hervor bringt…und genau das will ich…ich will zeigen wie es mir geht…ich will zeigen wenn alles scheisse ist oder halt auch nicht…und dabei bediene ich mich der Sprache die mir zur Verfügung steht…und das auch mit fluchen…

nun ja, das wollt ich einfach mal erzählen…und zeigen das ich noch da bin…
passt auf euch auf…

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